2011 - Rutenbau
Samstag, 16. Dezember 2017 - 19:50 Uhr

Rutenbauseminar 2011

Am Samstag, den 5. Februar 2011 war es wieder so weit! Gegen halb 8 Uhr rollte Rutenbau-Guru Karl Bartsch zusammen mit seiner bezaubernden Tochter Melanie auf den Hof des Fischerheims, das Auto voll bis unters Dach mit Koffern und Kisten voller Kleinteile, aus denen im Laufe des Tages fertige Angelruten werden sollten.

Wir begannen dann auch gleich mit dem Ausladen der ganzen Schätze, denn die ersten Teilnehmer würden in Kürze eintreffen werden. Neun Jungfischer und ebenso viele erwachsene Interessenten trudelten ein, und es wurde unverzüglich mit der Auswahl der Rutenblanks begonnen, das Herzstück aller Angelruten, die an diesem Tag entstehen sollten.

Dazu erklärte Karl einiges über die Blanks die er dabei hatte, und stellte Neuigkeien vor. Die Demonstration seines Streuner-Rutenblanks, den man zum Vollkreis und noch weiter biegen kann (beim letzten Rutenbauseminar ist er sogar mit dem Auto drübergefahren und hat ihn danach wieder voll durchgebogen!), sorgte wie immer für Aufsehen. 

 

Was auch immer Karl da gerade wieder erklärt, mehr Staunen gibt es glaub´ ich an Weihnachten auch nicht! 

 

Derweil warteten die nicht mehr ganz so jungen (geduldig oder gelangweilt?!?), bis auch sie dann mal an der Reihe waren, ihr Material auszuwählen. 

 

Als nächstes wurden die Griffstücke und dann die Rollenhalter an die Rutenblanks montiert

 

Und ... warten! Die Jungfischer hingen Karl sprichwörtlich am Rockzipfel, aber sie waren ja schließlich auch die Hauptpersonen dieses Seminars. Da üben die älteren gerne mal Geduld!

 

Hier die anfangs erwähnten Schatzkisten mit Griffstücken, Rollenhalter und Abschlusskappen. Was haben denn die Eierkartons hier zu suchen?!?

 

Der Innendurchmesser der Griffstücke aus Kork musste duch präzises Ausfeilen auf den jeweiligen Blank angepasst werden. Dabei wurde dem Einen oder Anderen bewusst, wo der Unterschied zwischen Holzspalten und Millimeterarbeit liegt! ;-))

 

Danach folgte die Auswahl der Beringung, das Berechnen des Ringabstandes, Karl erklärte den Overlap, sozusagen die Seite des Blanks mit dem meisten Rückgrat durch Überlappung der Gewebewicklung, es wurden die Farben der Bindegarne gewählt, und dann wurde eifrig gewickelt.

Da ich in dieser Phase auch alle Hände voll zu tun hatte, gibt´s von den eben genannten Arbeitsschritten diesmal keine Bilder, aber interessierte können sich dazu die Beiträge unserer Rutenbauseminare 2007 und 2008 anschauen.

...und jetzt kommen die Eierkartons ins Spiel! Die fertig gewickelten Ruten werden mit einem Zweikomponentenlack lackiert. Dazu werden die Ruten in einen Motor eingespannt, der sie bis zur Aushärtung des Lacks ständig dreht. 

 

Zu fortgeschrittener Stunde, wo die Jungfischer bereits den Heimweg angetreten haben und die meisten Ruten schon fertig lackiert waren, verzierte Melanie unermüdlich noch einige Ruten mit aufwändigen Zierwicklungen. Vielen Dank, Melanie, und echt super, wie du dich da immer reinkniest, da sieht man die Leidenschaft am Rutenbau!

...und bevor jemand auf falsche Gedanken kommt, das Weizen gehört nicht einmal der Melanie, obwohl sie es sich reichlich verdient hätte!

 

Über Nacht härtete der Lack der Ruten aus, und am Sonntag Vormittag kamen wir alle nochmal zusammen, befreiten die fertigen Ruten aus ihren Drehvorrichtungen, und freuten uns alle über die einzigartigen, selbstgebauten Angelruten.

Jedesmal wenn wir mit diesen Ruten ans Wasser gehen, werden wir uns an dieses tolle Wochenende erinnern, und wir freuen uns schon auf das nächste Rutenbauseminar mit Karl und Melanie!

 

Rutenbau-Lehrwerksatt: www.karl-bartsch.de 

(Bild und Text: GA)